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Die Stifter

Dass ein pharmazeutisches Unternehmen, welches sich der Forschung verpflichtet weiß, mit dem Boehringer Ingelheim Fonds eine Stiftung für medizinische Grundlagenforschung unterhält, leuchtet auf Anhieb ein, wenngleich es keineswegs selbstverständlich ist. Dass ein pharmazeutisches Unternehmen eine Stiftung für Geisteswissenschaften alimentiert, bedarf der Begründung: Geisteswissenschaften – warum? Die Antwort auf diese Frage ist in der Präambel zur Satzung nachzulesen, wo es heißt: „In Dankbarkeit für die Leistungen der Väter und im verpflichtenden Bewußtsein, daß unsere Kultur aus geistigen Kräften gewachsen ist, errichten die Kinder des verstorbenen Albert Boehringer und seiner Ehefrau Helene, geb. Renz, ... eine Stiftung“. Das mag altväterlich klingen, trifft jedoch unverändert den Kern.

Während der Boehringer Ingelheim Fonds von C. H. Boehringer Sohn und Boehringer Ingelheim International – den beiden Holding-Gesellschaften des Unternehmensverbandes Boehringer Ingelheim – getragen wird, handelt es sich bei der Geschwister Boehringer Ingelheim Stiftung für Geisteswissenschaften um eine Stiftung der Familien Boehringer und von Baumbach. Sie wurde zum 1. Januar 1957 aus Anlass der 65. Geburtstage von Albert Boehringer sen. und Julius Liebrecht sowie des 60. Geburtstags von Dr. Ernst Boehringer gegründet. Seit dem 27. Juli 1991 stellt die Familie in der dritten Generation die Gesellschafter der Stiftung.

Der Zweck der Stiftung ist weit gefasst. Laut Satzung kann sie der „Förderung und Pflege der Geisteswissenschaften sowie der Dichtung, Musik und bildenden Kunst (dienen). ... Dabei soll weniger spezielle Gelehrsamkeit im einzelnen gefördert, als vielmehr die humanistische Grundlage der Wissenschaften und Künste in Betracht gezogen werden.“Der Pflege der Künste hat sich die Stiftung nur in den ersten Jahren gewidmet, indem sie zum Beispiel den Ankauf einer mittelalterlichen Altartafel für das Ulmer Museum oder eines Hüftstandbilds von Stefan George für die Hessische Landes- und Hochschulbibliothek in Darmstadt finanzierte. Im weiteren Sinne zählte hierzu auch die Unterstützung von Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts in Athen.

(Stand: 2.1.2012)